Gasthof zum Roten Bären (Freiburg)

Das Gasthaus

Kein anderes Bauwerk in Freiburg reicht tiefer in die Stadtgeschichte zurück als der „Rote Bären“ – das älteste Gasthaus Deutschlands. Wer mit Aufmerksamkeit und Spürsinn durch das Gebäude streift, der hört, wie die Mauern reden...


Schwabentor, Oberlinden und "Bären" bilden ein magisches Dreieck der Geschichte - Freiburgs Keimzelle. Seit über siebenhundert Jahren kommen und gehen...


Oben: original Außenmauer im Foyer

...hier Gäste ein und aus. Im Keller steht ein Arkadenbogen, der um das Jahr 1000 errichtet wurde, und eine gotische Säule aus Tannenholz, die älter ist als der älteste Balken im Münster. In diesen Kellergewölben wird Zeit zur relativen Größe.


„Eines ist sicher: In diesem Beruf muss man Menschen mögen!“, sagt Monika Hansen, die freundliche Bärenwirtin. „Nur weil es vor mir 49 Generationen von Wirten gegeben hat, kann ich die fünfzigste sein.“ Sie ist voller Begeisterung für ihr Haus, spricht vom „Bären-Bazillus“, der viele erfasst, die über die Schwelle treten. Menschen aus aller Herren Länder sind das – aus Amerika, Asien, Australien, von nah und fern kommen sie her…

Für Monika Hansen ist Gastgeben mehr als nur ein Beruf . „Im Grunde ist das doch eine Verpflichtung, die allen Menschen von Zeit zu Zeit aufgegeben ist“, sagt sie. Tatsächlich ist das Gastrecht in vielen Kulturen ist ein hoher Wert; es ruht auf den Geboten von Schutz und Verpflegung, seit ältesten Zeiten. „Das heißt: Jeder, der draußen vorbeigeht – wirklich jeder –, hat das Recht hereinzukommen. Sobald er durch die Haustüre tritt, steht er unter dem Schutz des Hauses. Man schaut ihn an und fragt: ‚Was kann ich für dich tun?’“

Was heute wie eine Selbstverständlichkeit klingt, konnte in kriegerischen Zeiten Leben retten. Obdach gegen Entgelt: Vermutlich war es die Schutzfunktion einer sicheren Herberge, die die kommerzielle Gastfreundschaft überhaupt erst hat aufkommen lassen. Denn im Mittelalter war das Reisen riskant. Es gab viele Räuber, die Wege waren bedenklich, die Nächte gefährlich. Reisende (oft führten sie ihr gesamtes Eigentum bei sich) zogen von Kloster zu Kloster, von Burg zu Burg – wurden dort aber nur eingelassen, wenn sie Empfehlungsschreiben vorweisen konnten. Wie froh werden sie gewesen sein, wenn ab und zu ein Gasthof auf ihrem Weg lag!

Gewerblich betriebene Herbergen finden sich seit dem 12. Jahrhundert – der „Bären“ war seinerzeit also Pionier mit einer jungen Geschäftsidee. Sein Name dürfte mit den Zähringer Herzögen zusammenhängen, den damaligen Landesherren. In deren Familienchronik gibt es die Geschichte einer Bärenjagd, die häufig erzählt wurde und eine identitätsstiftende Rolle spielte. Zähringer Herzöge waren es, die 1120 Freiburg, 1175 Neuenburg und 1191 Bern (Name!) gründeten – und andere Städte mehr.

Doch warum ist der „Bären“ ROT? Weil Rot generell die Farbe der ersten Gasthäuser war. Vermutlich geht diese Idee auf die Kreuzfahrer zurück, die sie ihren Gegnern abgeschaut haben: Denn in der riesigen weißen Ansammlung orientalischer Zelte erhob sich rot das Verpflegungszelt wie ein Signal, leicht zu finden. Die Kreuzfahrer übernahmen diese Idee für ihre eigenen Stationen und brachten sie mit nach Europa. So war es naheliegend, auch den ersten Gasthäusern die Farbe Rot zu geben.

Doch der heutige „Bären“ ist mehr als nur Geschichte. Er ist ein summender, vitaler Betrieb mit über 30 Mitarbeitern, 120 Restaurantplätzen, 44 Betten, mehr als 600 Kundenkontakten täglich, mit moderner Haustechnik, EDV, Internet, Webportal… Beständigkeit durch Wandel – wie je: Denn immer wieder mussten sich die Bärenwirte den Bedürfnissen einer neuen, anderen Zeit anpassen. Sodass wir heute im „Roten Bären“ nicht bloß ein ehrwürdiges Gasthaus vor uns haben, sondern eines, das in der Moderne angekommen ist.

Treten wir also ein…


Texte + Bilder: Christian Dombrowski
Aktualisiert 2016 / 2017

Historisch... und behaglich!



    Gasthof zum Roten Bären
    M. Hansen
    Oberlinden 12
    79098 Freiburg
    Telefon: +49 (0)761 / 38 78 70
    Fax: +49 (0)761 / 3 87 87 17
    eMail: reservierung@roter-baeren.de
    http://www.roter-baeren.de/

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