Gasthof zum Roten Ochsen (Heidelberg)

Das Gasthaus

Willst Du vom Ochsen Dich erholen...

Am Austritt des Neckars in die oberrheinische Tiefebene und 22 Kilometer östlich seiner Einmündung in den Rhein liegt die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt Heidelberg am Fuße des Königstuhls, der mit 568 Metern zweithöchsten Erhebung des badischen (!) Odenwalds, in einer der wärmsten Regionen Deutschlands. Kaiser Joseph II. hat dies 1764 weit über 100 Jahre vor Eröffnung der ersten italienischen Eisdiele am Neckarstrand auf den Punkt gebracht: „Hier beginnt Deutschland, Italien zu werden!“. Schon der „Homo Heidelbergensis“ wusste dies vor gefühlten 600000 Jahren zu schätzen. Und seitdem reißt der Zustrom von Ausflüglern und Touristen aus Nah und Fern nicht mehr ab.


Wie Schloß und Neckar...

...gehört der altehrwürdige "Rote Ochsen" zu Heidelberg!


Auch mit Hilfe von sehr alten Stadtplänen gut zu finden!

...mach´ Dich zum "Ochsen" auf die Sohlen!

Nach den Kelten und Römern, die noch dem Nordufer des Neckars den Vorzug gaben, waren es die „Pfalzgrafen bei Rhein“ und späteren Kurfürsten von der Pfalz, die im ausgehenden 12.Jahrhundert die unterhalb ihrer Burg liegende Stadt Heidelberg zur Hauptstadt ihres Herrschaftsbereichs erhoben. Eine Urkunde des Klosters Schönau aus dem Jahre 1196, die sich in einer Abschrift aus dem späten 13.Jahrhundert erhalten hat, legt dies nahe. Bei besagter pfalzgräflicher Burg handelte es sich übrigens wohl nicht um das heutzutage weltberühmte „Heidelberger Schloss“, sondern um das höhergelegene „Alte Schloss“, das am 25.April 1537 anlässlich eines Blitzeinschlags in die dort gelagerten immensen Schießpulvervorräte (es ist die Rede von über 20000 Kilogramm) in die Luft flog. Nur noch der Halsgraben und geringe Reste der Schildmauer neben der Bergbahnstation „Molkenkur“ zeugen von dieser einst eindrucksvollen Wehranlage. Ihr Fehlen erleichterte es übrigens 1622 General Tilly, Heidelberg einzunehmen. Auch im pfälzischen Erbfolgekrieg wurde sie schmerzlich vermisst, als Truppen des französischen Königs Ludwigs XIV. Stadt und Schloss 1693 einäscherten. Zehn Jahre später fiel der Startschuss für den „Roten Ochsen“…

Zwischenzeitlich waren die Kurfürsten von der Pfalz nicht faul und so erblickte 1386 die „Ruperta Carola“ als nunmehr älteste Universität Deutschlands das Licht der Welt. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sie sich im Laufe der Jahrhunderte zur heutigen Heimstätte von über 30000 Studenten, von denen zeitweise nicht wenige als „studierend“ angesprochen werden können. Und im Jahre 1404 taucht erstmals ein „Ochsenwirt“ in den Annalen der Stadt auf. Ob er ein Vorfahre des Gastwirts Christoph Carl Spengel war, der im Jahre 1767 als Zeuge wegen des Einwurfs der Fenster der Senatsstube vernommen wurde, wird sich wohl nie mehr klären lassen. Auch die verwandtschaftliche Verbindung zu Albrecht Spengel, der den „Roten Ochsen“ 1839 käuflich erwarb, bleibt spekulativ. Doch bevor wir uns diesem ganz besonderen historischen Studentenlokal zuwenden, muss in diesem Zusammenhang noch ein Wort über Heidelberg in der Dichtkunst verloren werden.

Seit dem frühen 19.Jahrhundert wird die Stadt „am Neckarstrand“ von Dichtern besungen. Johann Wolfgang von Goethe eröffnete den Reigen, u.a. gefolgt von Friedrich Hölderlin, Clemens Brentano, Heinrich Heine, Gottfried Keller und Joseph Victor von Scheffel. Seine Ode an Heidelberg schaffte sogar den Sprung ins Badner Lied und sein „Alt-Heidelberg, du feine…“ gehört zu den prominentesten der über 300 (!) Strophen umfassenden Liebeserklärung an die „Perl´ im deutschen Land“.

Mit Mark Twain trat im Sommer 1878 nun der erste Literat ins Rampenlicht, dessen Name nicht nur mit der Stadt sondern auch mit diesem ganz bestimmten Heidelberger Gasthaus verbunden ist. Möglicherweise hat er mit seinem Buch „A TRAMP ABROAD“ („Bummel durch Europa“) den englischen Schriftsteller Patrick Leigh Fermor dazu inspiriert, im Jahre 1933 auf seiner Wanderung nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, in Heidelberg in dem Gasthaus einzukehren, das Gegenstand dieses Beitrags ist. Doch schauen Sie selbst:

Im gefühlten Herzen der Heidelberger Altstadt, nur wenige Meter vom Karlsplatz entfernt, heißt ein ganz besonderes Gasthaus seine Gäste willkommen – „Spengel´s Gasthof zum Roten Ochsen“!

Warum gerade dieses historische Studentenlokal in Deutschlands „Hauptstadt der Romantik“ mit Fug und Recht als „gastro-historisches Kleinod“ bezeichnet werden kann, hat mehrere Gründe.

Zum einen hat dieser „rote Ochse“ schon über 300 Jahre „auf dem Buckel“. Zum anderen spielt natürlich auch die über 175jährige Familientradition der Wirtsfamilie Spengel auf dem „Roten Ochsen“ eine nicht unerhebliche Rolle. Des „Rätsels Lösung“ bringen uns die drei Fahnen, die über der schmucken Südfassade des Hauses in der Hauptstraße 217 wehen, ein gutes Stück näher, denn sie zeigen – in seltener Eintracht – die Farben der Schweiz, Badens und Hamburgs. Kann das ein Zufall sein? Wer es nun endlich wissen will, der lenke flugs seine Schritte in die vordere von drei Gaststuben, die sog. „Bürgerstube“, und trete ein in eine echte „Zeitmaschine“ – hier lebt sie noch, die Lokal-geschichte in des Wortes schönster doppelter Bedeutung! Doch keine Bange, es erwartet uns kein Museum und es werden auch keine Klischees bedient! Stattdessen darf sich der Gast auf gute deutsche Küche mit kurpfälzisch-badischer Note freuen, die ihm vom Team des Ochsenwirtes mit jahreszeitlichen Schwerpunkten frisch auf den Tisch gezaubert wird - allerdings im Ambiente des späten 19.Jahrhunderts! Soviel Lokalkolorit darf sein...


Text: Uwe Hinzpeter
Bilder: Archiv der Familie Spengel / Uwe Hinzpeter

Zukunft seit 1839 im Herzen der Heidelberger Altstadt!

Im Roten Ochsen trifft sich die Welt...

Essen und Übernachten

Öffnungszeiten 2017

20.01.2017 - 22.04.2017:
Montag bis Samstag ab 17.00 Uhr

24.04.2015 - 21.10.2017:
Montag bis Samstag 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr und ab 17.00 Uhr

23.10.2017 - 20.12.2017:
Montag bis Samstag ab 17.00 Uhr

    Gasthof zum Roten Ochsen
    Familie Spengel
    Hauptstraße 217
    69117 Heidelberg
    Telefon: +49 (0)6221 / 2 09 77
    Fax: +49 (0)6221 / 16 43 83
    eMail: info@roterochsen.de
    http://www.roterochsen.de

    Ruhetage: Sonn- und feiertags ist "im Prinzip" Ruhetag. Wenn sich allerdings Gruppen anmelden, dann öffnet der "Rote Ochsen" auch außerplanmäßig seine Tore und falls es nicht gerade eine geschlossene Gesellschaft ist, sind natürlich auch "Zufallsgäste" herzlich willkommen! Es lohnt sich also auch an offiziellen Ruhetagen, ein Auge auf die Eingangstüre zu werfen...

    Historische Gasthäuser
                        und Gasthöfe in Baden