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Gasthof Schwanen
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Die Wirtsleute

Seit 1897 wirtet Familie Eckerlin

Zum Schmuckstück Seefeldens wurde der Gasthof Schwanen mit Übernahme durch die Familie Eckerlin. Zuvor wusste niemand so richtig, wie es mit dem Hofgut weitergehen sollte, denn der frühere Besitzer hatte Konkurs anmelden müssen. Nach allgemeinem Bangen um den Fortbestand des "Schwanen" kam das Traditionshaus glücklicherweise in die richtigen Hände.
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Bild vergrößern Markus und Elke Eckerlin
Bild vergrößern Als fleissiges Team im Schwanen anzutreffen: Eheleute Michael und Vanessa, hier im Schwanenstüble aufgenommen. Das junge Paar verkörpert somit die fünfte Eckerlin - Generation im Traditionsgasthaus. 2015 kam Töchterchen Anna Maria zur Welt.
Bild vergrößern Drei Generationen (von unten): Doris und Reinhard, Elke und Markus - "amtierende" Schwanenwirtsleute, Vanessa und Michael.

1. Generation (1897 - 1932)
Ein Teufelskerl muss er gewesen sein, der junge Wilhelm Eckerlin, der damals bei einem Baumwollhändler in Seefelden beschäftigt war. Mit 28 Jahren ersteigert er das gesamte Anwesen und leiht sich die stattliche Summe von 36.000 Mark von seinem Arbeitgeber. Aber das Geld ist gut angelegt, denn durch Engagement und Tatkraft des neuen Wirtes geht es endlich wieder aufwärts mit dem "Schwanen". Neben der Gastronomie kümmert sich Wilhelm Eckerlin um Landwirtschaft und Pferdezucht. Unter seinen geschickten Händen wirft die Landwirtschaft so viel ab, dass er den Markt von Basel mit Wein, Obst und Gemüse beliefern kann. Das Schicksal will es so, dass er bei seiner regelmäßigen Einkehr im Gasthof Ochsen in Eimeldingen die dort beschäftigte Bertha Graser kennen lernt. 1904 läuten die Hochzeitsglocken für die beiden, und die Familie wächst ungewöhnlich rasant. Im Jahr nach der Eheschließung werden die Zwillinge Wilhelm und Berta geboren und elf Monate später erneut ein Zwillingspaar Rudolf und Elsa. Vom Asthma geplagt, versorgt der Vater bald hauptsächlich die Landwirtschaft, während Bertha Eckerlin sich in der vom Tabakqualm gefüllten Gaststube um die Gäste kümmert. Der erste Weltkrieg bringt auch für den "Schwanen" harte Zeiten, vier Jahre nach seinem Ende stirbt Wilhelm Eckerlin 54-jährig. Sein Sarg soll infolge der Inflation ebenso viel gekostet haben wie 25 Jahre zuvor der gesamte "Schwanen".

2. Generation (1932 - 1963)
1932 übernimmt der Sohn Wilhelm den "Schwanen", der damals schon ein Jahr mit Hilda Hunzinger verheiratet war. Das Bemühen um den Hof war groß, aber durch die Weltwirtschaftskrise hatte kaum jemand Geld für das Wirtshaus übrig. Dazu kam der zweite Weltkrieg, und der bereits 36-jährige Wilhelm Eckerlin wurde an die Ostfront geschickt und geriet in sowjetische Gefangenschaft. Nach der glücklichen Heimkehr und entbehrungsreichen Nachkriegsjahren konnte nach sieben Jahren Stillstand im "Schwanen" wieder gewirtet werden. Damit kam erneut Leben in den Gasthof - auch dank verschiedener Ortsvereine, die regelmäßig hier tagten. Außerdem wurden Weinbau und Landwirtschaft intensiv betrieben. Unter Wilhelm Eckerlin erhielten die Zimmer Heizung und fließend Wasser. Er führte die Regie im Haus bis 1963.

3. Generation (1963 - 1990)
Danach beginnt mit dem Sohn Reinhard und dessen Ehefrau Doris Sehringer die dritte Generation der Eckerlin im "Schwanen". Es muss ein großes Fest gewesen sein, als die beiden sechs Jahre vor der Übernahme gemeinsam mit Reinhards Schwester Lina und ihrem Verlobten Friedrich Hagin eine glanzvolle Doppelhochzeit feierten. Zwei Schweine, ein Kalb und 50 Pfund Rindfleisch wurden dazu im "Schwanen" aufgetischt. Wie viel Wein geflossen ist, wird nicht verraten. Jedenfalls hat es im "Schwanen" am Rebensaft nie gemangelt. Im Gegenteil. Der neue Schwanenwirt intensivierte den Weinbau weiter und verdoppelte die Rebfläche. Auch im destillieren war Reinhard Eckerlin ein Meister. Weinhefe, Obstler, Kräuterschnaps und Kirschwasser vom Feinsten und im Eichefass reiften Trester und Apfelbrand.
Die Seniorchefin Doris, die in jungen Jahren im renommierten "Hirschen" in Sulzburg volontierte, ist im "Schwanen" von morgens bis abends um das Wohl der Familie und der Gäste bemüht. Noch heute kümmert sie sich um die Wäsche und bereitet das üppige Frühstück zu, bei dem u.a. selbst gepresster Traubensaft und selbst gekochte Marmelade für einen köstlichen Start in den Tag sorgen.

4. Generation (ab 1990)
Sohn Markus und Ehefrau Elke freuen sich über die Entlastung, denn im "Schwanen" geht die Arbeit nie aus. 1990 haben die beiden Fachleute den Gasthof übernommen. Von den Erfahrungen auf seinem Weg dorthin -Küchenmeisterprüfung in Frankfurt, Beschäftigung u.a. im Hotel Eckerlin in Badenweiler, in einer Landmetzgerei und als Kellner im Casino Bremgarten- profitiert er nun im eigenen Betrieb. In seiner edelstahlblitzenden Küche verarbeitet er regionale Produkte, die ihm ansässige Bauern und Jäger je nach Jahreszeit liefern. Frisch gekocht muss es bei ihm sein, ehrlich und traditionell mit mediterranen Akzenten.
Seine charmante Ehefrau Elke ist ebenfalls vom Fach. Die gelernte Hotelfachfrau wirbelt in Haus und Hof - außer in der Küche, diese sei ausschließlich das Reich ihres Mannes.

Und schon steht die 5. Generation im Hause Eckerlin bereit. Der jüngere Sohn Michael hat die Ausbildung zum Restaurantfachmann abgeschlossen und Berufserfahrung gesammelt. Vanessa steht ihm (seit November 2014 als Ehefrau) tatkräftig zur Seite. Die ganze Familie freut sich darüber, dass 2015 mit Töchterchen Anna Maria nun auch die 6. Generation dabei ist.
Nicht zum ersten Mal leben im "Schwanen" vier Generationen miteinander. Voller Stolz konnte 1997 das 100-jährige Jubiläum der Familie Eckerlin im Gast- und Winzerhof Schwanen gefeiert werden. Und auch die 111-jährige Familientradition wurde im Juni 2008 mit einem Jubiläumsfest gewürdigt. Man versteht eben nicht nur zu arbeiten im "Schwanen", sondern auch zu feiern.
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Bild vergrößern Wilhelm Eckerlin, Begründer der Wirte-Dynastie, mit Ehefrau Bertha (geborene Graser)