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Historische Gasthäuser
Emmingen-Liptingen
Landgasthof zur Sonne
Kontakt zum Gasthaus

Landgasthof zur Sonne

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Bild vergrößern Oben: um 1900, als noch täglich viele Fuhrwerke die Zollstrasse vor der "Sonne" passierten. Das Vieh wurde am Weiher gegenüber (heute "alter Kindergarten") getränkt, während die Bauern den erfrischendenTrunk lieber im Gasthaus zu sich nahmen.
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Liptingen liegt in Baden

In einem historischen Lexikon des Großherzogtums Baden von 1814 steht, dass Liptingen ein in der Landgrafschaft Nellenburg und dem Bezirksamt Stockach gelegenes Pfarrdorf ist. Landschaftlich gehört es zum nördlichen Teil des Hegaus. Politisch gehörte die Landgrafschaft Nellenburg von 1805 - 1810 zu Württemberg und kam dann durch Staatsvertrag zum Großherzogtum Baden. Die Grenze zu Württemberg liegt bei der Nachbargemeinde Neuhausen ob Eck. Seit der Kreisreform von 1973 gehört Liptingen zum Landkreis Tuttlingen, 1975 wurde die Doppelgemeinde Emmingen-Liptingen gegründet.
Bild vergrößern Oben: Gewölbekeller der SONNE; rechts: Ausleger und das Wappen von Liptingen. Zwei gekreuzte Degen mahnen an die Schlacht...
Bild vergrößern (s. Kapitel "Weiterführende Informationen"), die drei blauen Hirschstangen auf Goldgrund sind den alten Wappen der Nellenburger Landgrafschaft entnommen.
Bild vergrößern Die Gasträume wurden renoviert und sind passend im im rustikalen, ländlichen Stil gehalten...
Bild vergrößern an der tiefen Fensterlaibung erkennt man aber ganz klar, dass die "Sonne" schon sehr alt ist.

Manch einer wird sich erinnern, schon etwas von einer Schlacht bei Liptingen gehört zu haben (siehe Weiterführende Informationen). Zu dieser Zeit war die SONNE noch kein Gasthaus.
Das Gebäude wurde wohl 1690 von der damals österreichischen Herrschaft erbaut, um Wohnraum für die Zöllner zu schaffen. Der Seniorwirt Bernhard Bertsche konnte in Innsbruck die Pläne des Hauses einsehen, aber wegen der Größe nicht kopieren.

Das heutige Gasthaus Sonne war ein Teil vom Zollhauskomplex, hier wohnten die Zollbeamten. Ein Oberzoller names Huster hatte wohl von seinem Vater, ebenfalls Zollbeamter in Liptingen, ein Landgut geerbt, aber da er aus Liptingen weg gezogen war, konnte er die Felder nicht bearbeiten. Er stellte 1753 den Antrag auf die Taferngerechtigkeit, er wollte in dem Haus backen, schlachten und brauen und Gäste beherbergen und bewirten, dann käme er nach Liptingen zurück. Bei diesem Haus dürfte es sich um die SONNE gehandelt haben, aber der Antrag wurde abgelehnt.
Was in den Jahren danach in dem Gebäude war, lässt sich nicht mehr feststellen.
Schon seit 1816 braute Anton Ackermann Bier. Möglicherweise gehörte das heutige Gasthaus „Sonne“ zu den Gassenwirtschaften, in denen in Liptingen selbstgebrautes Bier ausgeschenkt wurde. Ein Xaver Ackermann betrieb um 1808 eine Gassenwirtschaft, genaues jedoch weiß man nicht. Die Bierkeller des Gasthauses Sonne befanden sich an der Straße Richtung Stockach, in den Felsen nahe dem Gasthaus "Schuhfranz". Hier wurde das Bier gelagert, 1914 wurde das Bierbrauen aber eingestellt.
Immer wieder wurde in der Sonne an- bzw. umgebaut. Schon früher gab es Gastzimmer im 3. Stock, und es wurden immer mehr: Der Saal wurde zur Wohnung, und nach der Aufgabe der Landwirtschaft wurden Stallungen und Scheune zu Zimmern umgebaut. Die Ländereien sind verpachtet, nur den Wald behielten die Wirtsleute, da das Haus mit Holz beheizt wird. Und seit dem Jahr 2000 wurde aus der SONNE der LANDGASTHOF ZUR SONNE.
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Warum es in Liptingen Zollbeamte gab

Liptingen lag in der Landgrafschaft Nellenburg mit dem Hauptort Stockach. Die Erben der Grafen von Nellenburg waren stark verschuldet und verkauften die gesamte Landgrafschaft 1465 an die Habsburger. Somit gehörte das Land zu Österreich und wurde als "Vorland" Vorderösterreich genannt. Durch die territoriale Zersplitterung in diesem Raum mussten die Transporte zwischen Handelsstädten zwangsläufig über fremdes Territorium geführt werden. Die Verkehrshoheit - Markt-, Zoll- und Straßenregal - gehörte zu den begehrtesten Rechten zur Erzielung von Einnahmen. Für die Territorialherren und freien Reichsstädte waren Zollerhebungen fast die einzige Möglichkeit, größere Summen Geld einzunehmen und so am Wirtschaftswachstum teilzuhaben. Zoll oder Maut war das gleiche, es wurde z. B. für die Benützung von Straßen oder Brücken erhoben. Zoll entfiel also auf Menschen, Tiere, Fahrzeuge und Handelswaren für das Benutzen von Verkehrs- und Wirtschaftseinrichtungen. Da Liptingen an der Straße von Stockach nach Tuttlingen lag (heute führt die Bundesstraße 14 an Liptingen vorbei), wurde hier ein Zollhaus errichtet und Zoll kassiert. Das Gebäude der Sonne gehörte zum Komplex des Zollhauses, in dem die Zollbeamten untergebracht waren.


Texte und Fotos:
Heidrun Haug
Bild vergrößern Noch bis in die 1950er Jahre war es üblich, dass Bier auch "zum Mitnehmen" nach draussen (auf die "Gasse") gereicht wurde.
Bild vergrößern Gesamtkomplex "Zollhaus" mit der SONNE

Essen & Übernachten

Landgasthof, Hotel & mehr
Rustikal-Modern mit Flair

So lautet das Motto des "Landgasthof zur Sonne".
Eine gut bürgerliche regionale Küche mit der Liebe zum kulinarischen Detail verwöhnt den Gast. Im Sommer gibt es auf der Gartenterrasse hausgemachtes Eis.
Übernachten kann man in zehn neu renovierten Einzel- und Doppelzimmern, jedes ein Unikat, modern ausgestattet mit Dusche/WC, kostenlosem WLAN und teilweise Balkon.

Montags bis donnerstags gibt es von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr täglich wechselnde Mittagsmenüs,
abends und samstags ist die Küche von 17.00 Uhr bis 20.30 Uhr und
sonntags von 11.30 - 13.30 Uhr und 17.00 - 20.00 Uhr geöffnet.

Bitte sehen Sie auf die Webseite des Landgasthofs, falls Änderungen eintreten

Das Wasserburger Tal

Von der A 81 Stuttgart - Singen verlässt man die Autobahn an der Abfahrt Engen. Von hier auf der Bundesstraße 31 bis zur Abzweigung Emmingen - Neuhausen. Durch ein pittoreskes schmales Tal mit Kalksteinfelsen geht es hinauf nach Emmingen, von hier sind es 4 km bis Liptingen.
Das Wasserburger Tal ist geprägt durch Verkarstungen, die vor Jahrtausenden entstanden sind.
Weiter oben im Tal erhebt sich auf einem ehemaligen Burghügel eine äußerlich einfache Kapelle: die Wallfahrtskirche Schenkenberg. Erstmals 1275 als Marienwallfahrtsstätte genannt, kam sie 1690 an Emmingen und wurde 1723-25 restauriert und teilweise neu gebaut. Von hier gelangt man über Emmingen nach Liptingen.
Bild vergrößern Blick von Emmingen kommend ins Wasserburger Tal
Bild vergrößern vor Jahrtausenden entstandene Felsen und ausgewaschene Höhlen
Bild vergrößern die Schenkenbergkapelle
Bild vergrößern im Inneren der Kapelle

Die Aachquelle

Wer einen kleinen Umweg nicht scheut, fährt auf der Bundesstraße 31 von Engen in Richtung Stockach nach Aach. Hier befindet sich die größte Quelle Deutschlands: der Aachtopf. Drei Viertel des Wassers ist Donauwasser, das bei Tuttlingen im zerklüfteten Kalkgestein der Schwäbischen Alb versickert und im Aachtopf wieder ans Tageslicht kommt. Der Quelltopf ist 18 m tief und setzt sich in eine über 400 m lange Höhle fort.
Man kann jetzt auf der B 31 weiter bis Stockach und von hier aus auf der B 14, die teilweise auf der mittelalterlichen Verbindungsstraße verläuft, nach Liptingen fahren.
Oder man fährt wieder zurück bis zur Abzweigung Emmingen-Neuhausen und wie oben beschrieben durch das Wasserburger Tal.

Bilder

Die Martinskapelle unweit der SONNE
das alte Fachwerkhaus steht gegenüber der Martinskapelle
der Narrenbrunnen gegenüber der SONNE
das sog. Liethaus, Treffpunkt der Narrengruppe Schlehenbeißer
Am Haus angebrachtes Schild
die Maske der Schlehenbeißer außen an der Lietstube
Das Große Haus war die ehemalige Zehntscheuer des Salemer Klosters von 1509. Das nachweislich älteste Haus Liptingens dient heute als Wohnhaus. Interessant der Fachwerkbau des Giebels. Das Satteldach stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Pestkreuze an der Straße von Emmingen Richtung Engen.
im Gastgarten mit einer alten Mostpresse
Im Nebenraum. An der rechten Wand die beiden Ofenplatten
Zimmer 12
Das Gasthaus Sonne von der "Biergarten-Seite"