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Historische Gasthäuser
Emmingen-Liptingen
Landgasthof zur Sonne
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Rolle in der Geschichte

An der Schnittstelle alter Handelsstraßen

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts kreuzten sich im Bodenseegebiet zwei große Verkehrslinien des damaligen Welthandels: Eine nord-südliche, die Deutschland mit Italien verband, und eine ost-westliche, die aus Deutschland nach Frankreich führte. Die einzelnen Straßen gingen alle an den österreichischen Zollstellen vorbei, von denen sich eine in Liptingen und eine in Stockach befand.

Auf einer Karte, die die alten Handelsstraßen in Deutschland zeigt, liegt Liptingen im Schnittpunkt einer Verbindung von Osten nach Westen, die Fuhrleute benutzten, wenn sie von Ulm her in Richtung Schaffhausen fuhren. Eine weitere Straße führte von Rottweil über Tuttlingen nach Stockach. Österreich war durch die Türkenkriege in einer äußerst schwachen Finanzlage, weshalb in Vorderösterreich, zu dem Liptingen gehörte, immer wieder Zollerhöhungen durchgeführt wurden. Aus diesem Grund war die Zollstelle in Liptingen scharf bewacht und die Zöllner, die neben dem Zollhaus in der heutigen SONNE wohnten, hatten viel zu tun.
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Bild vergrößern Links: Landgrafschaft Nellenburg, 1767 (Generallandesarchiv K´he) / Oben: das Zollhaus um 1710 *

Auch nach dem Frieden zu Preßburg 1805, als Österreich die Landgrafschaft Nellenburg an Württemberg abgeben musste, führten die Straßen durch Liptingen an der SONNE vorbei. Hier und in den weiteren Gasthäusern konnten sich die Fuhrleute stärken, ihr Vieh tränken und den Pferden den wohlverdienten Hafer gönnen.
Übrigens kam die Landgrafschaft Nellenburg und damit auch Liptingen 1810 durch Staatsvertrag an Baden.


* Bilder aus: "Schlacht bei Liptingen 1799 - Gedenkschrift"; herausgegeben von der Gemeinde Emmingen-Liptingen 1999

Die alte Ofenplatte

Bernhard Bertsche kann sich noch erinnern, dass es im Nebenraum früher einen Ofen gab, der aus Gußplatten bestand.

Als die Eisengießerei Ende des 15. Jahrhunderts weiterentwickelt war, begann man, eiserne Kastenöfen zur Beheizung von Räumen herzustellen. Diese waren häufig als sog. Hinterladeröfen aus insgesamt fünf Platten miteinander verschraubt. Boden-, Deck- und Seitenplatten waren in die hinter dem Ofen stehende Wand eingemauert, so dass der Ofen durch eine Öffnung in der Wand vom Nachbarraum aus beheizt werden konnte. Die Vorderplatte und die Seitenplatten wurden oft mit Reliefs geschmückt, bei der Wappen verwendet wurden.

In der SONNE war ein solcher Ofen im Nebenraum installiert, wurde allerdings bei einer Renovierung abgebaut.
Bild vergrößern Die Ofenplatte, welche vor dem Umbau den Stubenofen zierte und das Habsburger Wappen zeigt - Liptingen gehörte bis 1805 zu Vorderösterreich (siehe "Das Gasthaus")
Bild vergrößern Diese Ofenplatte kam später dazu
Bild vergrößern Die alte Pendel-Uhr im Gastraum...
Bild vergrößern ...und der gemütliche Kachelofen - er wird wie "einst" vom Flur aus beheizt

.
Bild vergrößern Ein alter Brauch ist das...
Bild vergrößern ...Schmücken der Gasthauswände mit "Sinnsprüchen"

Bilder

Ansichtskarte von Liptingen 1942
Ansichtskarte ca. 1950
um 1900
Postkarte um 1910
Die Sonne ca. 1990
im August 1997
Liptingen 1929
Luftbild Liptingen
Luftbild Liptingen
Sonne 1981
um 1965
Simon Bertsche um 1915 als Kaiserlicher Husar in Berlin
Simons erste Frau Maria Buhl vom Buhlhof in Emmingen, welche die "Sonne" mit brachte (siehe Kapitel "Die Wirtsleute")
Simon Bertsche in den 1960er Jahren