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Historische Gasthäuser
Freiburg
Gasthaus zum Deutschen Haus
Kontakt zum Gasthaus

Rolle in der Geschichte

Legende

Das "Deutsche Haus" ist eines der letzten Gasthäuser seiner Art. Solche "Wirtschäftle" sind fast ausgestorben: nach dem Einkaufen rasch ein Bier trinken oder den Samstags-Stammtisch besuchen und auch sonst viele bekannte Gesichter sehen. Es ist immer etwas los und man möchte gar nicht mehr hinaus in die raue Wirklichkeit. Das bunt gemischte Publikum schätzt und genießt offensichtlich diese heile Kneipen-Welt nebst passender, tadelloser Speisen- und Getränke Auswahl (s. Kapitel "Das Gasthaus").
Bild vergrößern Vom typischen zweigeschossigen Freiburger Tiefkeller des 12. Jahrhunderts bis zur Dachterasse
Bild vergrößern erzählt das "Deutsche Haus" einiges zur Stadtgeschichte. Auch in der Wirtsstube geht es um Geschichte - Stammtisch-Geschichte...
Bild vergrößern -die Samstagsrunde bezeichnet sich als "Sympathie Stammtisch". Eine "offene Gesellschaft", wer sich "anständig benimmt" kann jederzeit dazu sitzen.
Bild vergrößern Hans Peter Hisam (links) gehört im "Deutschen Haus" zum Bestand, sitzt am oberen "Hauptstammtisch"...

... und ist bereits seit über 50 Jahren Stammgast. Herr Hisam kommt selbst aus der Gastronomie Branche, er hat noch den klassischen Beruf "Kellner" erlernt. War dann in verschiedenen Häusern der Region, meist im Schwarzwald und Freiburg (u.a. im ehemaligen Theaterrestaurant), tätig und führte zuletzt das nicht mehr existierende "Augustiner Stüble". Voller Stolz betont er ein Original Freiburger zu sein, denn er wurde wie alle "richtigen Freiburger" im Elisabethen Krankenhaus geboren.

Einige Hinweise zur Hausgeschichte*
Die früheren Hausbesitzer waren unter anderem Handwerker und Beamte. Wie Peter Kalchthaler* berichtet war das Haus beispielsweise 1551 im Besitz von Martin Ruoff. Dieser hatte seinen Arbeitsplatz quasi gegenüber, denn er war Schreiber im Freiburger Kaufhaus. Weitere Besitzer waren ein Schmied für Rüstungen, ein Rotgerber, ein Edelsteinschleifer und 1629 Wilhelm Bawmeister, Weinschenk und Pastetenbäcker. Er begann möglicherweise mit der gastronomischen Tradition im "Deutschen Haus".

* Quellenangaben im Kapitel "Das Gasthaus"
Bild vergrößern Hermann Burgert, ein gebürtiger Freiburger wohnt in Au und verkehrte schon vor der Eröffnung durch
Bild vergrößern R. Mülbert (1976, Bild oben) im Deutschen Haus. Er kannte auch noch Mülberts Mutter (Bildmitte - spickelt neben dem zapfenden Rainer Mülbert hinter dessen Karohemd vor): "...diese brachte Ruhe in den Laden!".


Allen, die im Deutschen Haus nur mal kurz an die Wände blicken, braucht man nicht mehr viel darüber zu erzählen, was es hier zu entdecken gibt: ein Bildmuseum zur Geschichte der Schwarzwälder Skifahrt, Zeitgeschichte in Form von Schnappschüssen, Briefen, Urkunden sowie manche Kuriosität, beispielsweise den "Cäsaren-Pokal".
Bild vergrößern Entdeckungen vor Betreten der Gastwirtschaft: das Malteserkreuz Mosaik und über dem Eingang
Bild vergrößern die barocke Oberlichtverzierung mit Jahreszahl 1779 (s. Kapitel "Das Gasthaus"). Oben: früher in Bierwirtschaften die Regel, heute Nostalgie: die verschämte Durchreiche zur Gasse hin - für "Selbstabholer".
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Bild vergrößern Die zweistöckigen Tiefkeller sind leider nicht öffentlich zugänglich. Es gibt eine kenntnisreiche Beschreibung von Josef Diel (s. "Das Gasthaus"). Oben: die Fässer tragen noch Orginalbeschriftung mit Kreide "Eingebr. 13.9.45"

Bild vergrößern Bilder zu Skigeschichte im Schwarzwald
Bild vergrößern Die "Badische Wand"

Bilder

Das "Deutsche Haus" auf dem Plan von 1589; nachgewiesen als "zum Spilhof" seit 1386
Seit 1976 wirtete Rainer Mülbert (unten, kariertes Hemd, Schnauzer); die Bilder entstanden in den darauf folgenden Jahren...
R. Mülbert wirtete im Deutschen Haus noch persönlich bis 1981, danach kreierte er eine Vielzahl anderer erfolgreicher Projekte. Zueltzt den Film "Schwarzwald; Klangfarben und Lichtblicke", eine Liebeserklärung an den Schwarzwald und das Skifahren dort.
Mülbert erinnert (auch im "Deutschen Haus") an die Skiakrobaten Arnold Fanck und Sepp Allgeier, die am Feldberg in den 1920er Jahren Standards setzten und daran, dass es der Schwarzwald war, der diesem Sport in Deutschland zum Durchbruch verhalf.
In seinem Buch "Faszination Skilauf" hat R. Mülbert ebenfalls die (Schwarzwälder) Geschichte der Skifahrt aufgeblättert und gleichzeitig seinem Freund Georg Thoma aus Hinterzarten ein Denkmal gesetzt.
1891 kam der Franzose Dr. Robert Pilet im Schwarzwald an, um bei 2 Meter Neuschnee den 1493 Meter hohen Feldberg mit mit "Norwegischen Schneeschuhen" zu bezwingen - eine Pioniertat.
R. Mülbert ist in Muggenbrunn, zwischen Notschrei und Todtnau, aufgewachsen und lernte dort am "Franzosenhang" das Skilaufen. Er war selbst Skirennläufer und Skiverbandstrainer.
"An den Ski - Club Schwarzwald mit freundlichen Grüßen..." lautet die Widmung von Fridtjof Nansen, dem berühmten norwegischen Polarforscher.
Im Begleitbrief von 1892 gibt Nansen seiner Freude darüber Ausdruck, "dass das Schneeschuhlaufen jetzt mit gutem Erfolge im Schwarzwald getrieben wird." Fotografie und Brief zieren die "Ski - Wand" im Deutschen Haus.
Zu sehen an der "Badischen Wand" ...
Ebenfalls an der "Badischen Wand" das Portrait des letzten Großherzogpaares, Friedrich II (1857 - 1928) und Hilda von Nassau (1864 - 1952). Sie mussten 1918 abdanken. Nach der Großherzogin ist der Hildaturm auf dem Lorettoberg benannt.
Friedrich II, letzter Großherzog, verlieh 1910 ein Ehrenzeichen das nach Eisenbach ging. Die zugehörige Urkunde unterschrieb Staatsminister Bodman, der dann 1918 mit der Vorläufigen Volksregierung über den Regierungsverzicht des Großherzogs verhandelte.
Durch einen Bericht in der Zeitschrift "Bunte" wurden in den 1980er Jahren das "Deutsche Haus" und ein Gast -siehe Bild- bundesweit bekannt.