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Freiburg
Greiffenegg Schlössle
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Greiffenegg Schlössle




Ab 1790 ließ sich auf einem Rest der Festungsanlagen Hermann von Greiffenegg (1737 – 1807) das ‚Greiffenegg-Schlössle’ als seinen Altersruhesitz erbauen, den er 1805 bezog.

Fast 50 Jahre lang hatte er der österreichischen Herrschaft im Breisgau gedient, zuletzt als Regierungspräsident. Eine Universitätsreform 1767, bei der die staatlichen Stellen über den bisher vorherrschenden Einfluss der kirchlichen jesuitischen Kräfte dominieren sollten, geht auf ihn zurück – jahrzehntelang war er zudem Direktor der juristischen Fakultät.
Bild vergrößern In den 1960er Jahren
Bild vergrößern Ansicht um 1920 - Bilder zum Vergrößern anklicken
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1795 wird er wegen Widerstandes gegen die einfallenden Franzosen verhaftet und verbannt – erst 1797 kann er nach Freiburg zurückkehren, eine aufrechte Haltung, die ihm die Stadt Freiburg mit der Verleihung der Ehrenbürgerrechte honoriert.

Die Umwälzungen der europäischen Landkarte durch die Folgen der französischen Revolution bzw. Napoleons bringen Herkules II. von Modena die Herrschaft über den Breisgau, die dieser aber an seinen Schwiegersohn Erzherzog Ferdinand von Österreich weiterreicht. Obwohl sich das Herzogtum Modena im immer wieder aufflackernden Konflikt zwischen Frankreich und Österreich für neutral erklärte, wurde der Breisgau von französischen Truppen besetzt. Napoleon machte 1805 im Frieden von Preßburg kurzen Prozeß und übergab durch seinen General Morand das Gebiet und die Stadt Freiburg an das badische Herrscherhaus.

Greiffenegg lehnte, wie viele Freiburger, den gewaltsamen Übergang an das badische Haus vehement ab – 1807 starb er voll Gram und wurde in der Adelhauser Klosterkirche beigesetzt.

Der badische Großherzog versuchte die neu gewonnenen Untertanen zu versöhnen, indem er die Abstammung des badischen Hauses von den Zähringern betonte und sich als ‚Herzog von Zähringen’ bezeichnete. Noch 1814 machten sich die Freiburger Hoffnungen auf eine Rückkehr zum Hause Österreich…

Das Anwesen geht in den Besitz seines Sohnes Hermann Gottlob über.
Auch heute noch ist sein skandalträchtiges Leben nicht vergessen. In zweiter Ehe verheiratet, hat er es eher auf die jüngere Stiefschwester seiner Frau abgesehen. Einen Arzt, der das unschickliche Dreierverhältnis öffentlich macht, fordert Hermann Gottlob zum Duell und tötet ihn. Vielleicht aus schlechtem Gewissen heraus, nimmt er sich der Tochter des Getöteten an, die sich bei einem Besuch vom Greiffenegg-Schlössle in die Tiefe hinabstürzt. Aus finanziellen Gründen muss das Schlössle, in dem das Leben zu dritt weiter geführt wird, 1840 verkauft werden.
Die Bierbrauerfamilien Schaich und Rommel nutzen die Kelleranlagen des Schlossbergs zur kühlen Lagerung des Bieres ihrer Schlossbergbrauerei. Ab dieser Zeit wird das Greiffeneggschlössle auch bewirtschaftet.

Text: Hubert Matt-Willmatt / Beate Kierey
Bilder FJ Ebner
Bild vergrößern Die Terrasse in den 1970ern
Bild vergrößern Karte mit handschriftlich eingetragenem Datum von "1898"

Essen & Übernachten

Seit 1995 hat Toni F. Schlegel das traditionsreiche Haus auf dem Schlossberg übernommen und in zwei Richtungen ausgebaut.

Zum einen herrscht bei einem wunderbaren Blick über Freiburgs Dächer die gehobene badische Küche vor, die auch Bundeskanzler Gerhard Schröder und der französische Präsident Jacques Chirac genießen sollten – doch Schröders Tritt in eines der Freiburger Bächle brachte den Zeitplan so durcheinander, dass der Aufstieg auf den Schlossberg, wo neben einem leckeren Essen auch schon die Cohibas gerichtet waren, nicht mehr erfolgen konnte.. Mehrere stilvoll eingerichtete Räume, in denen auch 200 Jahre Greiffenegg-Schlössle mit einer österreichischen Spezialitätenwoche gefeiert wurden, bieten größeren und kleineren Gesellschaften ausreichend Platz zum Tagen und Feiern. (Münsterstüble (25 Personen), in der Schloßbergstube (65) und im Spiegelsaal
(80) )-

Geschickt sind die Tische so platziert, dass ein Fensterplatz fast immer garantiert ist. Und in der Speisekarte entdeckt man auch noch Reminiszenzen an die österreichische Vergangenheit…

Zum anderen umgibt das Schlössle einen wunderbaren kastanienbestandenen Biergarten, der einem dem Himmel näher und dem quirligen städtischen Leben entrückter werden lässt. Zum badischen Lebensgefühl tragen beim frisch gezapften Bier auch ein deftiges Vesper oder ein Flammenkuchen bei.

... eher ein anmutiger Aufstieg zum Greiffenegg Schlössle, das als "Krönle" einer faszinierenden Stadt gelten kann!

Auf diesen besonderen Weg "nach oben" begeben sich Besucher/innen selbstverständlich zu Fuß. Johann Gottfried Seume (1763 - 1810), einem leider vergessenen Schriftsteller und Dichter, galt das Gehen und Wandern als die edelste Fortbewegungsart des Menschen.
Also - nichts einfacher als das: am raschesten ist das Greiffenegg Schlössle über den Weg hinterm Schwabentor erreicht (s.u.).

Dort thront das geschichtsreiche Kleinod als eigentliches Tor zum Schlossberg. Bevor Sie diesen einst festungsbewehrten (siehe Kapitel "Weiterführende Informationen") Hausberg Freiburgs erkunden, bitte unbedingt den erhebenden Blick von der Schlössle - Terasse über die alte Hauptstadt des Südschwarzwaldes genießen. Im Sommer empfiehlt sich dazu eine Rast bei Kaffee und Kuchen oder einem erfrischenden Glas Riesling.

Der Anblick unserer geliebten alten Zähringerstadt mit dem schönsten Münster Südbadens wird Ihnen unvergesslich bleiben.
FJ Ebner, März 2015
Bild vergrößern Holzschnitt von Karl Flügel
Bild vergrößern Aufnahme um 1910

Das Greiffenegg-Schlössle hat keine direkte Zufahrt – doch in den nahen Parkhäusern der Schwabentorgarage und der Wohlleb-Garage kann problemlos geparkt werden.

Von der Stadt her führt am Schwabentor ein Steg hinüber zum Schlossberg, den man bis zum Greiffenegg-Schlössle auf sanft geschwungenen Serpentinen hinauf spazieren kann – doch im Berg versteckt sich der hauseigene Aufzug, der die Gäste kostenfrei bis vor die Eingangstüre des Lokals befördert.

Bilder

Biergarten
Blick aufs Schwabentor
Detail an der Decke
Schlossbergsaal
Spiegelsaal
Vom Aufzug gelangt man überdacht ins Restaurant
Wetterfahne