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Kloster Ottilienberg

Wallfahrten zur Mühlbacher Marienkapelle und zum Eppinger Ottilienberg wurden etwa ab 1290 von den Wilhelmitermönchen des damaligen Klosters Mühlbach organisiert. Die Wilhelmiten kamen vom Mutterkloster in Marienthal bei Hagenau im Elsass. Die wiederum Verbindung hatten mit dem Kloster „Sainte Odile“ in den Vogesen.
* Die ausführliche Geschichte des Klosters bitte auf der Internetseite von "Tourismus Baden-Württemberg" (unten, zweiter Link) nachlesen
Bild vergrößern Es gilt nach Edmund Kiehnle als gesichert, dass vor der im Jahre 1473 erbauten Wallfahrtskirche eine...
Bild vergrößern Vorgängerkirche gestanden hat.* (Bild: Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg)

Der Ottilienberg bei Eppingen

Das Frauenkloster auf dem Ottilien- oder Jägersberg ist von der heiligen Ottilie gestiftet und eine Zeit lang regiert worden. Im Schwedenkriege ward es verheert, nachdem die Nonnen sich geflüchtet und Geld und Glocke auf dem Berg verborgen hatten. Bei dem Geld gingen nachmals eine weiße Klosterfrau mit einem Gebund Schlüssel und eine weiße Ziege um, die im Maul auch ein solches Gebund trug. Wegen dieses Spuks blieb der Pachthof, worein das Kloster umgewandelt worden, längere Zeit unbewohnt. Endlich träumte dem Kuhhirten des benachbarten Dorfes Mühlbach drei Nächte nacheinander, er solle auf die Heidelberger Brücke gehen, dort werde er sein Glück machen. Unverweilt begab er sich dahin, und nachdem er einen halben Tag auf das verheißene Glück geharrt, wurde er von einem Heidelberger Bürger gefragt, auf was er hier so lange warte. Da erzählte er ihm seinen Traum, worauf der Bürger erwiederte: »Auf Träume ist nicht zu gehen, mir hat auch geträumt, auf dem Ottilienberg sei unter dem Waschkessel viel Geld verborgen, und ich weiß doch nicht einmal wo dieser Berg gelegen ist!« Mit dieser Nachricht wohl zufrieden, reis'te der Kuhhirt nach Hause, suchte auf dem Ottilienberg an der bezeichneten Stelle nach und fand den Schatz, mit welchem er sich aus dem Lande machte. Seitdem sind die Geister auf dem Berge verschwunden, und der dortige Pachthof ist wieder bezogen. – Einst sah ein Bewohner desselben das Oehr der Glocke aus dem Boden ragen, aber als er des andern Tages nach ihr grub, war sie nicht mehr zu finden.
Quelle: Bernhard Baader: Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden. Band 1, Karlsruhe 1851, S. 278-279; s. auch Link (unten)

Der Richener Löwen war Herberge Ottos I.

Bei der Aufteilung der Kurpfalz unter die Söhne Kurfürst Ruprechts III. (1400-1410 auch Deutscher Kaiser) fiel Richen an seinen Sohn Otto I. Dieser verlieh der kleinen Siedlung das Marktrecht und machte Richen so zu einem im 15. Jahrhundert wichtigen Ort. Das war strategisch gut geplant, denn hier liefen verschiedene bedeutende Fernhandelsstraßen zusammen (z.B. von und nach Nürnberg, Speyer, Cannstatt, Frankfurt). Somit installierte Otto I. in diesem gut frequentierten Ort eine Herberge, die den Namen seines Wappentieres, des Löwen, trug.*
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Bild vergrößern Links: Pfalzgraf Otto I. (Bild: Wikimedia Commons, gemeinfrei - https://commons.wikimedia.org/wiki/File: Pfalzgraf_Otto_I_ Mosbach_a.jpg ) Oben: die Herberge Ottos I. =Bilder zum Vergrößern anklicken=
Bild vergrößern Oben: die mittelalterlichen Handelswege Rechts: den damaligen Reisenden erwarteten mehrere Bettgenossen, die neben ihm ...
Bild vergrößern im großen Schlafsaal nächtigten (Bild siehe *).

Die 1456 genannte "an dem Tore gelegene", Herberge war der von Otto I. verpachtete (Lehens -) "Löwen". Denn dort, wo das Gasthaus steht war nebenan das östliche Richener Tor, vor dem die Straßen aus Richtung Sinsheim und Wimpfen zusammenliefen.

Vor dem 1456 genannten Wirt Jörg Maurer erwähnen die Urkunden übrigens einen Ettmann Möddelin als Inhaber dieser herrschaftlichen Herberge.*

* Die hier wiedergegebenen geschichtlichen Angaben basieren auf dem lesenswerten und sachkundigen Beitrag von Bernd Röcker in der Zeitschrift "Hierzuland" (Heft 32, 11/2001).