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Historische Gasthäuser
Bankholzen
Landgasthof Zum Sternen
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Rolle in der Geschichte

Ein Dorf und sein Gasthof

Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts gehört das Dorf Bankholzen einem Ritter des einfachen Landadels. Ab 1497 war die kleine landwirtschaftliche Ansiedlung dann dem Bischof von Konstanz zugehörig und ging 1803 an das Haus Baden. Zu Letzterem hat man in Bankholzen offensichtlich eine gute Beziehung, da bei einigen der schönen Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert die badischen Farben oder badische Wappen mit den markanten Greifen zu sehen sind. So auch am und im Landgasthof Sternen. Aber auch sonst sind die Geschicke des Dorfes und seines Gasthofs eng verknüpft...
Bild vergrößern Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der "Sternen" (oben um 1920) wie fast alle Bewohner von Bankholzen durch die bäuerliche Arbeit und Kultur geprägt.
Bild vergrößern Diese Ansichtskarte, 1925 von Radolfzell nach London gesandt, zeigt die wichtigen Einrichtungen des Dorfes: Kirche, Schule und Rathaus sowie das Dorfgasthaus - den "Sternen".
Bild vergrößern Natürlich spiegelten sich im Dorfgasthaus (meistens) die fröhlichen Seiten des kommunalen Zusammenlebens. Persönliche Feste von Geburtstagsfeier bis zur "Leich" fanden im Dorfgasthaus statt. Oben: Fasnacht im "Sternen" um 1930.
Bild vergrößern Ein Stammtisch gehört unbedingt dazu...

Das Gastgewerbe auf der Vorderen Höri - Auszüge des Beitrags von Burkhard Stege...

in: "Moos - Geschichte und Geschichten..." Hegau Bibliothek Band 97, o.J.

Bei der Erbauung von Gasthäusern auf der...Höri spielten die alten Verkehrswege... eine entscheidende Rolle. Die Reisenden, Schiffer, Wallfahrer und Fuhrleute mussten verpflegt werden. ... In alten Visitationsberichten heißt es, das Höri-Völklein "ist von unsteter genusssüchtiger Natur". Branntweingenuss war weit verbreitet.

Die Fuhrleute, die mit ihren Gespannen über den Schiener Berg mussten, erhielten hier (Anm.: im "Sternen") Vorspannpferde. ... Zwei Gastzimmer waren (Anm.: um 1900) schon vorhanden. 1927 wurde der Wirtschaftssaal erweitert. Im November 1942 musste Franz Bohner wegen Personalmangel um Schließung des Lokals bitten.1941 maß die Gastwirtschaft 31 qm und der Saal 78 qm. Sie hatte vier Fremdenzimmer mit sieben Betten. Ein Zimmer wurde später als Flüchtlingsküche genutzt. 1950 zählte man bereits 50 Übernachtungen. ... Der Saal für 80 Personen wird für die örtlichen kulturellen Veranstaltungen genutzt. ... Die im Gastraum wieder freigelegten alten Holzbalken zeigen das würdige Alter des Hauses.


Der beliebte Brauchtumsabend ("Stubete Obed") findet nun leider nicht mehr im "Sternen" statt. Inhalte wie "Buureregle" "Wa isch gsi? Wie hätt me glebt? Wa hond se agleit" wären im lebendigen Organismus "Dorfgasthaus" wesentlich besser aufgehoben als in einem temporären Veranstaltungsraum. Das findet zumindest der Verfasser dieser Zeilen (siehe Kapitel "Das Gasthaus").
Bild vergrößern Für Wildgerichte im Sternen liefert der heimische Jäger (oben als Gast im "Sternen") - er gehört genauso selbstverständlich zum persönlichen
Bild vergrößern Umfeld des Dorfgasthofes, wie jener Nachbar (oben links), der eben mal kurz mit einem Schüsselchen vorbei kam, um sich vom guten "Herdöpfelsalat" ein wenig nach Hause zu holen.


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Bild vergrößern Diese witzige Karrikatur stammt vom schlitzohrigen Maler E. Stephan aus Singen (siehe Anekdote im Kapitel "Überlieferungen und Mythologie"). Sie hängt direkt unter der schönen Pendeluhr im Bauhausstil aus den 1930er / 1940er Jahren -Bild rechts-
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Bild vergrößern Die Pendeluhr hat ihren Platz in der Gaststube (oben um 1960) in über sieben Jahrzehnten behaupten können. Sie ist heute passenderweise neben dem Stammtisch zu...
Bild vergrößern entdecken. Bitte beachten Sie hier auch die frei gelegten wuchtigen original Balken.

Bild vergrößern Beim Umbau wurde der historische Torbalken gerettet. Er belegt die Erbauung des neuen "Sternen" 1830 durch Johann (Rufname "Hans") Bohner.
Bild vergrößern Jahreszahl der Gasthauserrichtung und die Initialen des Gründers und seiner Frau zieren heute die Kachelofenwand.

Bilder

Franz Bohner (Großvater von Wirtin Brigitte) liebte Pferde
... hier im Kreis seiner Brüder
Karl Bohner 1983 im "Schnell-Portrait"...
Wirtin Brigitte mit Bruder Bruno (1954)
Diese Aufnahme ist vor allem wichtig, weil es von Emma Bohner (Bildmitte, Brigittes früh verstorbene Mutter) nicht so viele Bilder gibt. Interessant aber auch deshalb, weil nur hierauf die alte Terasse verewigt wurde
Emma Bohner (stehend) mit zwei Namensvertretern am Josefstag (um 1955)
Ein weiteres interessantes Bild aus dem Familienalbum der Wirtin: auf dem rechten Bild, wiederum ganz rechts, Mutter Emma. Zweite v.links: Anneliese, Schwester von Emma. Annelise übernahm dann den Iznanger Adler
Bereits in jungen Jahren viel Arbeit: als Wirtin und parallel in der eigenen Ausbildung (Brigitte Bohner Anfang der 1970er, jeweils in der Mitte stehend).
Heirat mit Manfred Josef Seibold
1983 kam Sohn Florian zur Welt
Das Jahr 1983 hatte es in sich...
100jähriges Jubiläum des "Sternen" war auch noch...
Es gab Glückwünsche vom Landrat per Telegramm - ja, schaut nur hin, das war noch prä-digital!
Als 1984 Tochter Eva zur Welt kam gab Brigitte Bohner die Reiterei endgültig auf
... aber hat sich ja auch gelohnt (Florian und Eva)
Die Scheune wurde 1992 umgebaut, es entstanden morderne Gästezimmer
Wärend der Umbauarbeiten wurde das alte Fundament und Mauerwerk deutlich sichtbar
Zum Abschluß noch ein wenig...
1960er...