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Historische Gasthäuser
Buggingen-Seefelden
Gasthof Schwanen
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Rolle in der Geschichte

Traditionelles Markgräfler Hofgut

Nach neuesten Erkenntnissen kann davon ausgegangen werden, dass es den "Schwanen" schon mindestens seit dem Jahr 1697 gibt. Einer Übersetzung aus dem Archiv Karlsruhe entnehmen wir
"Hans Jakob Wick als Wirt der Real-Schild Gastwirtschaft Zum Schwahnen in Seefelden". Danach hat der Vogt Hans Jakob Wick am 30. August 1697 "die Würthschaft und die Tavern Gerechtigkeit erkauft."
Bild vergrößern Schlussstein in der Toreinfahrt, datiert... 1 7 2 7 ! ! >>>>>>>>>>>>> DIE INTERESSANTE HAUS- UND FAMILIENGESCHICHTE WIRD UNTERHALB DER BILDER FORTGESETZT !!
Bild vergrößern Schuldschein an den Schwanenwirt von 1828
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Bild vergrößern Ein Jahr, bevor das beeindruckende Schwanen-Ensemble von der Familie Eckerlin erworben wurde (1837), verewigte sich der Vorbesitzer (Meyer) über dem Hauseingang, wahrscheinlich nach Umbaumassnahmen.

Die Jahreszahl 1727 im Schlussstein am mächtigen Tor der Hofeinfahrt lässt darauf schließen, dass der Seefelder Vogt in diesem Jahr das Hofgut neu errichten oder umbauen ließ.

In jedem Fall wird als erster Schwanen-Besitzer der Vogt Hans Jakob Wick genannt. Nach der Übernahme durch seinen Sohn Johannes kam das Hofgut in der Folge durch die Heirat dessen Tochter Catharina Agatha in den Besitz der alten Seefelder Familie Meyer. Catharinas Ehemann Johannes Meyer richtete eine Metzgerei ein und wird in den Akten 1771 namentlich "Schwanenwirt" genannt. Aber die Zeiten waren schwierig. Obwohl der Hof anfangs noch in der Familie gehalten werden konnte, musste er unter Rudolf Meyer 1887 verkauft werden. Auch der neue Besitzer hatte wenig Glück, und so kam es schließlich zum Konkurs und 1897 zur Versteigerung. Zu dem stattlichen Anwesen gehörten neben dem aus Stein errichteten Haupthaus mit mehreren Gewölbekellern auch ein Nebenhaus mit Metzgerei, Wasch- und Backhaus. Weiter umschlossen den Hofraum große Viehställe, Holz- und Wagenschopf, Scheunen und ein Trotthaus mit Trotte.

Nach der Übernahme 1897 durch Wilhelm Eckerlin haben vier Generationen seitdem aus dem "Schwanen" einen im ganzen Markgräflerland und weit darüber hinaus bekannten Gast- und Winzerhof gemacht.Waren es anfangs noch wohlhabende Reisende, Fuhrmänner, Geschäftsleute und auch Offiziere, die im "Schwanen" einkehrten und übernachteten, kamen mit dem Bau des Bugginger Kaliwerkes 1922 Ingenieure und Baufachleute als Gäste hinzu. Der Tourismus im heutigen Sinn etablierte sich erst nach dem zweiten Weltkrieg. Auch Nutzung und Arbeitsweise haben sich naturgemäß gegenüber früher entwickelt. Das letzte Vieh wurde 1980 abgeschafft.

Moderne Appartements und Zimmer entstanden wo früher die Ökonomiebereiche ihren Platz hatten. Der damals übliche große Tanzsaal im ersten Stock wurde aufgeteilt in zwei Gästezimmer und die Bertha-Graser-Stube. Die heutige Seniorwirtin Doris Eckerlin erinnert sich noch gut an die wöchentlichen Versammlungen. Ob Gesangverein, Sportverein, Geburtstag oder Hochzeit - stets war der große Saal ein Ort der Begegnung.

Während im Markgräflerland die Serie "Lorentz und Söhne" gedreht wurde, konnte man im "Schwanen" sogar Menschen treffen, die man sonst nur im Film zu Gesicht bekommt, wie z.B. Gila von Weitershausen. Der berühmte Koch Witzigmann ließ sich sogar zweimal von Markus Eckerlin bewirten. Einfache Genüsse, wie selbst hergestellter Käse, selbst gebackenes Brot und dazu frische Tomaten, sind manchmal interessanter als das umfangreichste Feinschmeckermenü.
Bild vergrößern Wirtsleute und Team anlässlich des 100jährigen Jubiläums 1997
Bild vergrößern Bekanntmachung der Ersteigerung des Schwanen 1897

Tradition und Flair

Genauso stellt man sich eine tradionelle Gaststube im Markgräflerland vor. Rustikal-gemütlich mit Balkendecke und grünem Kachelofen. Solange man im "Schwanen" denken kann, war die Feuerstelle immer am gleichen Ort. Von ihrer Mutter weiß die heutige Seniorchefin, dass der Kachelofen vor ca. 100 Jahren frisch aufgesetzt wurde, was bedeutet, dass er deutlich älter sein muss.
Bild vergrößern Dezent, gemütlich, unaufdringlich - eine echte Markgräfler Gaststube...
Bild vergrößern mit Kachelofen. Das ist durchaus eine "Entdeckung"...
Bild vergrößern ... ebenso die farbenprächtigen Salzkristalle
Bild vergrößern ... aus dem einstigen Kali-Bergwerk. Diese Erinnerungsstücke sind beim ehemaligen Stammtisch der Bergleute angebracht. Interessantes zum früheren Bergbau finden Sie im Kapitel "Weiterführende Informationen".

In der Gaststube sind außerdem große ovale Bilder von Wilhelm und Bertha Eckerlin, den Gründern der Wirte-Dynastie, zu entdecken (siehe Kapitel "Die Wirtsleute"). Bertha Eckerlin, geb. Graser trägt als Teil der Tracht die Hörnerkappe, Haube der Markgräflerin. Auch in der Bertha-Graser-Stube im ersten Stock des Hauses wird die Erinnerung an die altvordere Schwanen-Wirtin wach gehalten. Diese "gute Stube" ist für kleine Gesellschaften und Familienfeiern reserviert und wird Nostalgikern gefallen.

Treten wir aus dem Haus, fällt im mächtigen Torbogen ein weißer Schwan auf hellblauem Grund und die Jahreszahl 1727 auf. Um den geräumigen Innenhof gruppieren sich außer Gasthof, Turmhaus und Scheune auch ein später anstelle der früheren Ställe errichtetes Wohnhaus für Familie und Gäste. Im Mauerwerk markieren zwei Böden von Eichefässern den Eingang, eines mit dem Wappen von Seefelden, das andere mit der Wappen der Familie Eckerlin.

Gleich nebenan geht es auf ausgetretenen Steinstufen hinunter in das uralte Kellergewölbe.
Bild vergrößern Das klassische Holzgeländer im Treppenhaus. Markus Eckerlin hat die historische Substanz wieder mühevoll herausgearbeitet.
Bild vergrößern Im Nebenzimmer hängt diese überdimensionierte Glückwunschurkunde des Dorfes von 1897. Jahrzehntelang ruhte sie auf dem Speicher - vergessen und verstaubt. Glücklicherweise entdeckten die heutigen Eckerlins das wertvolle Stück und liessen es restaurieren.

Bilder

alte Postkarte von Seefelden 1899
Pachturkunde von 1846
Gemälde des Schwanen in der Gaststube
Wilhelm und Bertha Eckerlin
Auszeichnung für Wilhelm Eckerlin von 1910
Wilhelm und Bertha Eckerlin mit ihren Kindern
Alte Postkarte von 1965
Doppelhochzeit 1957
Wilhelm und Hilda Eckerlin
Ehrenurkunde für Frau Eckerlin 1925