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Historische Gasthäuser
Konstanz
Gasthof zur Traube
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Die Wirtsleute



Betritt man die Traube, fällt einem sofort das einen Meter hohe, in Holz geschnitzte Wappen der Renker an der Ostwand der Gaststube auf. Die Familie kann stolz auf eine sehr lange Generationenfolge blicken: Der Stammbaum geht bis ins Mittelalter zurück. Da lebten die Renker schon von ihrem angestammten Gewerbe, der Fischerei, und seit dieser Zeit ist ihnen das Fisch- und Fährrecht am Bodensee nachweislich verbrieft.
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Bild vergrößern LINKS: Leo, geboren 1861, war Fischer und brachte den Familiennamen "Renker" auf die Traube. OBEN: die legendäre Bedienung Luzia, Enkelin von Leo und Schwester des Seniorwirtes Manfred.
Bild vergrößern Leiten heute das Gasthaus: Hansjörg und Ehefrau Claudia in der Küche...
Bild vergrößern Christian (hier mit Ehefrau und Tochter) managt den Service.

Ein im Hausarchiv gut gehüteter Zeitungsartikel aus den 1950er Jahren dokumentiert: „Draußen in Allmannsdorf und in Staad sitzt seit Hunderten von Jahren die Bürgerfamilie Renker.“ und „Ihre Wohnhäuser haben die Renker von jeher an der Fischerstraße in Staad, wo sie das bekannte Idyll bilden, das das dortige Ortsbild so heimelig macht.“

Auch die Gasthaus-Tradition der Renker ist beachtlich:

Bis ins Jahr 1845 lassen sich die Familienbande zurückverfolgen. In diesem Jahr übernimmt der Bierbrauer Nepomuk Weber das Wirtshaus in Staad. Eine Generation später führen sein Sohn Richard und dessen Frau Josefine, eine geborene Bohner, die Geschicke. Doch dauert die Ehe nicht lange, Richard stirbt frühzeitig und hinterlässt seiner jungen Frau das Wirtshaus. Josefine findet zunächst mit dem Bierbrauer Max Rumpel ein neues Glück. Doch auch dieser Ehe wird ein jähes Ende gesetzt: Im Jahr 1887 stirbt auch er nach einer nur kurzen gemeinsamen Zeit.

1890 heiratet Josefine ein drittes Mal: den Staader Fischer Leo Renker. Im Jahr darauf übernimmt Leo die Wirtschaft mit Brennrecht. Doch scheint Josefine vom Unglück verfolgt zu sein. 1896 brennt das alte Wirtshausgebäude vollständig ab. Leo denkt im Gegensatz zu seinen Vorgängern jedoch ganz und gar nicht ans Sterben. Er baut die Traube wieder auf und führt die Geschäfte nach dem Tod seiner Josefine im Jahr 1910 weiter.

Im Jahr 1936 tritt Leo Renker die Wirtshausleitung an seinen Sohn Eugen und dessen Frau Christine ab. Sie meistern die schweren Kriegsjahre, bis das Wirtshaus nach 1945 zunächst von französischen Besatzern beschlagnahmt wird. 1949 beantragt Eugen eine neue Konzession. Die Traube kann wieder zum fröhlichen Einkehrort der Allmannsdorfer und Staader werden.

Von 1959 bis 1966 übernehmen Eugens Tochter Margret und ihr Mann Ewald Holzer die Traube, bis Eugens Sohn Manfred die Bundeswehrzeit beendet hat. Als letzter in Konstanz noch selbst schlachtender Gastwirt und Metzgermeister versteht er es, immer das beste und frischeste Fleisch auf den Tisch zu bringen. Und so ist es bis heute geblieben. Manfred Renker und seine Frau Sonja haben vier Kinder. Die Geschäftsführung in der Traube wurde an die Söhne Hansjörg und Christian abgegeben. Die "Senioren" sind aber noch täglich im Familienbetrieb anzutreffen und verkörpern die gute Seele des Hauses.

Die beiden Renker-Söhne, die das Gasthaus übernahmen, teilen sich derweil die Aufgaben: Hansjörg hat sich der guten Küche verschrieben, während der jüngere, Christian, für die Bewirtung der Gäste sorgt.
Um das Fortbestehen dieses Zweiges der Renker-Familie braucht man sich derzeit nicht zu sorgen. "Nachwuchs" ist da: Hansjörg und seine Frau Claudia haben drei Söhne, Christian und seine Frau Elisabete zwei Töchter. Ob sich die nächste Wirtegeneration anbahnt werden wir sehen.